Sehr geehrte Mitglieder,

das Jahr 2012 ist nicht minder eine Herausforderung wie das zurückliegende für die Film und Musikwirtschaft !

Die Gleichstellung österreichischer ProduzentenInnen zu den deutschen KollegInnen gegenüber den öffentlich-rechtlichen Sendern ist noch nicht vollzogen. Das Teilergebnis 2011 ist jetzt fertig zu verhandeln. Offen geblieben sind zB. die Koproduzenten-shares, wie auch die Bemessung von Lizenzanteilen im Falle von Koproduktionen und Kofinanzierungen.

Die Modernisierung des Urheberrechts birgt gesellschaftlich relevante Themen, die wir verabsäumt haben, schon weit früher zu klären. So mischen sich jetzt Fragen zu fairen Abgeltungsmodi  mit davon völlig abzukoppelnden Problemen, die durch die Produktpiraterie entstanden sind. Unsere Haltung zu letzterem Thema ist unzweifelhaft. Wir lehnen Piraterie ab, eine strafrechtliche Verfolgung wünschen wir uns auf Ebene der illegalen gewerblichen Plattformen und nicht auf Ebene der Konsumenten. Die sind primär aufzuklären und erst wenn das ausreichend erfolgt ist, sollte bei anhaltender Tendenz zur Nutzung der Raubkopie auch über eine Stufenweise Ahndung nachgedacht werden. Keine Rede also von einem Willen der Wirtschaft zur Kriminalisierung der Konsumentinnen ! Auch das ist eher eine bewusste Irreführung, was wir den Vertretern der Piraten gern ins Stammbuch schreiben wollen.

Filmförderung steht auch vor neuen Herausforderungen. Kino als Primärverwerter ja - aber wie die neuen Nutzungsverhalten der KonsumentInnen berücksichtigen? Das ist schon zum Zeitpunkt der Entwicklung neu zu definieren und daher eben Thema aller an der Finanzierung und Realisierung beteiligten Parteien.

Musik, auch da müssen wir neue  Wege der Zusammenarbeit finden. Schön wäre es etwa das RSO für Filmmusiken beigestellt bekommen zu können - eine schönere Edition der Filmmusik kann ich mir kaum vorstellen...!

Ich wünsche uns allen eine wendige, flexible und vor allem kluge Bewältigung der Wirtschaftsflaute in Europa, die natürlich vor unserer Branche nicht Halt gemacht hat.

Ps:
Übrigens alle Piraten mögen Ihre Wohnungen unversperrt lassen, sodass die KünstlerInnen auch Ihr täglich Brot aus Ihren Kühlschränken entnehmen können.


Mit besten Grüßen
Univ.Prof.Daniel Krausz
Obmann des Fachverbandes der Film- und Musikindustrie